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Zwischen Chef und Team: 5 Strategien für Frauen in der Sandwich-Führung

  • Autorenbild: Ilonka Vordermayr
    Ilonka Vordermayr
  • vor 7 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit


FRAUEN IN FÜHRUNG


Du führst nach unten, passt dich nach oben an und verteidigst dich zur Seite. Wie du als Führungskraft in der Mitte souverän bleibst – ohne dich aufzureiben.


Du sitzt im Meeting. Dein Chef will schnellere Ergebnisse. Dein Team ist am Limit. Und der Kollege neben dir hat gerade deine Idee als seine verkauft. Willkommen in der Sandwich-Position – der Realität, die kaum jemand offen ausspricht, aber fast jede Frau im mittleren Management kennt.


Die Sandwich-Position beschreibt die Lage von Führungskräften, die gleichzeitig nach oben (an Vorgesetzte), nach unten (an ihr Team) und zur Seite (an Kollegen auf gleicher Ebene) funktionieren müssen. Für Frauen kommt eine zusätzliche Ebene hinzu: Du navigierst diese Dynamik in einem Umfeld, das häufig noch von männlichen Spielregeln geprägt ist.


Das Ergebnis? Du gibst auf allen Ebenen alles und hast am Ende das Gefühl, es niemandem wirklich recht gemacht zu haben. Am wenigsten dir selbst.


In diesem Artikel zeige ich dir fünf Strategien, die du als Führungsfrau in der Sandwich-Position konkret anwenden kannst. Nicht als oberflächliche Tipps, sondern als Ansätze, die an der Wurzel ansetzen

👉🏼 an deinem inneren Fundament als Führungskraft.




Warum die Sandwich-Position Frauen besonders trifft


Natürlich stehen auch männliche Führungskräfte unter dem Druck von oben und unten. Doch für Frauen kommt eine entscheidende Zutat hinzu: das sogenannte Double-Bind-Dilemma.

Führst du empathisch und kooperativ, heißt es: "Sie ist zu weich für die Rolle." Führst du entschlossen und klar, heißt es: "Sie ist zu dominant." Du kannst es scheinbar nicht richtig machen – egal, welchen Stil du wählst.


Dazu kommt: Viele Frauen in Führung tragen noch alte Muster in sich, die diesen Druck verstärken.

Der Glaubenssatz "Ich muss es allen recht machen" ist nicht nur ein Klischee, er sitzt bei vielen tief verankert, oft seit der Kindheit. In der Sandwich-Position wird dieser Glaubenssatz zum perfekten Sturm: Oben will jemand etwas, unten will jemand etwas, und du? Du funktionierst.


Die Sandwich-Position wird erst dann erträglich, wenn du aufhörst, sie für alle anderen auszuhalten und anfängst, sie für dich zu gestalten.





5 Strategien für Frauen in der Sandwich-Führung


Diese fünf Ansätze verbinden innere Arbeit mit konkreter Führungsstrategie. Denn nachhaltige Veränderung entsteht nie nur im Außen, sie beginnt immer damit, wie du über dich selbst, deine Rolle und deinen Wert denkst.




STRATEGIE 1


Kläre deine Rolle – nicht für andere, sondern für dich


Loyalitätskonflikte entstehen fast immer dort, wo Erwartungen unklar sind, oder wo du versuchst, allen Erwartungen gleichzeitig gerecht zu werden. Der erste Schritt ist deshalb nicht, besser zu kommunizieren, sondern innere Klarheit zu gewinnen.


Frag dich: Was ist wirklich meine Aufgabe als Führungskraft? Nicht, was dein Chef meint. Nicht, was dein Team sich wünscht. Sondern was du mit Überzeugung vertreten kannst. Diese Klarheit ist dein Anker – sie hält dich stabil, wenn der Druck von allen Seiten kommt.

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass dieser Schritt der entscheidende ist: Wenn eine Führungsfrau weiß, wofür sie steht, verändert sich ihre gesamte Ausstrahlung. Sie muss nicht lauter werden. Sie wird einfach klarer. Und Klarheit ist eine der mächtigsten Führungsqualitäten überhaupt.




STRATEGIE 2


Lerne "Managing Upwards" – steuere die Beziehung zu deinem Chef


Die meisten Führungstrainings lehren dich, dein Team zu führen. Aber niemand bringt dir bei, wie du deinen Vorgesetzten strategisch steuerst. Dabei ist genau das in der Sandwich-Position überlebenswichtig.


Managing Upwards bedeutet nicht Manipulation. Es bedeutet, die Beziehung zu deinem Chef aktiv zu gestalten, statt nur zu reagieren. Konkret heißt das:


  • Mache deine Erfolge und die deines Teams proaktiv sichtbar – warte nicht darauf, dass sie bemerkt werden.

  • Klare Erwartungen vorab, statt im Nachhinein enttäuscht zu werden.

  • Bringe Lösungen statt Probleme, aber setze gleichzeitig ehrliche Grenzen, wenn Anforderungen unrealistisch sind.

  • Positioniere dich als strategische Partnerin, nicht als ausführende Kraft.


Der innere Shift dahinter: Du darfst aufhören, deinem Chef gefallen zu wollen. Stattdessen darfst du lernen, Respekt durch Kompetenz und Haltung zu gewinnen. Oft ist es ein tief sitzender Glaubenssatz – "Autoritäten muss man gehorchen" – der uns daran hindert, diese strategische Ebene zu betreten.




STRATEGIE 3


Durchschaue die informellen Spielregeln – ohne dich zu verbiegen


In jedem Unternehmen gibt es zwei Regelsysteme: die offiziellen (Organigramm, Prozesse, Stellenbeschreibungen) und die informellen (wer mit wem, welche Allianzen, ungeschriebene Machtdynamiken). Frauen tendieren dazu, sich an die offiziellen Regeln zu halten – während männliche Kollegen längst die informellen nutzen.


Das heißt nicht, dass du dieselben Spiele spielen musst. Aber du solltest sie erkennen. Wer hat den Draht zum Geschäftsführer? Wer beeinflusst Entscheidungen hinter verschlossenen Türen? Wo werden die echten Weichen gestellt – und bist du dabei?

Das Ziel ist nicht, dich zu verbiegen. Das Ziel ist, bewusst zu entscheiden, wo du dich positionierst und welche Allianzen dir nutzen, um deine Arbeit und die deines Teams sichtbar und wirksam zu machen.




STRATEGIE 4


Löse das Double-Bind-Dilemma – von innen heraus


"Zu weich" oder "zu hart" – dieses Dilemma löst du nicht, indem du den perfekten Mittelweg suchst. Du löst es, indem du aufhörst, dich an den Erwartungen anderer auszurichten, und stattdessen deinen eigenen Führungsstil entwickelst.

In meiner Arbeit als Mentalcoachin sehe ich, dass hinter dem Double-Bind-Dilemma fast immer ein innerer Konflikt steckt: der Wunsch, gemocht zu werden, gegen den Wunsch, respektiert zu werden. Solange dieser Konflikt unbewusst bleibt, pendelt dein Führungsverhalten ständig zwischen den beiden Polen.


Der Durchbruch kommt, wenn du diesen inneren Konflikt erkennst und auflöst. Dann entsteht etwas Neues: eine Führungshaltung, die Empathie und Klarheit nicht als Gegensätze sieht, sondern als zwei Seiten derselben Medaille. Du kannst gleichzeitig warmherzig und konsequent sein. Das ist kein Trick – es ist das Ergebnis innerer Stimmigkeit.




STRATEGIE 5


Baue mentale Stärke auf – dein innerer Rückhalt


Die Sandwich-Position ist mental extrem fordernd. Tag für Tag Entscheidungen treffen, Konflikte aushalten, Druck absorbieren – das zehrt. Und irgendwann merkst du: Du funktionierst zwar, aber du spürst dich kaum noch.


Mentale Stärke ist kein angeborenes Talent. Sie ist trainierbar – genauso wie ein Muskel. Es geht darum, drei Fähigkeiten aufzubauen:


  • Emotionale Regulation: Die Fähigkeit, auch unter Druck ruhig und klar zu bleiben, statt im Autopilot zu reagieren.

  • Innere Distanz: Lernen, dich nicht mit jeder Kritik, jedem Konflikt und jeder Erwartung zu identifizieren.

  • Selbstvertrauen aus der Tiefe: Ein Vertrauen in dich, das nicht von externem Lob abhängt, sondern aus deinem Inneren kommt.


Diese Art von Stärke entsteht nicht durch Motivationssprüche. Sie entsteht durch die bewusste Auseinandersetzung mit den inneren Mustern, die dich bisher geschwächt haben und durch den Aufbau neuer, stabiler innerer Strukturen.





Die Sandwich-Position muss dich nicht auffressen


Die fünf Strategien zeigen einen gemeinsamen roten Faden: Nachhaltige Veränderung in der Sandwich-Position beginnt nicht mit besseren Techniken – sie beginnt mit einer anderen inneren Haltung.


Wenn du weißt, wer du als Führungskraft bist, wenn du deine inneren Muster kennst und aufgelöst hast, wenn du mentale Stärke aufgebaut hast – dann verändert sich alles. Nicht weil der Druck verschwindet. Sondern weil du ihm anders begegnest.


Du hörst auf, zwischen den Fronten zu zerbrechen. Und fängst an, die Frau in der Mitte zu sein, die alle Seiten verbindet – ruhig, klar und mit einer Autorität, die von innen kommt.


Zusammenfassung der 5 Strategien:

1. Kläre deine Rolle für dich selbst – nicht nur für andere.

2. Lerne Managing Upwards – gestalte die Beziehung zu deinem Chef aktiv.

3. Durchschaue die informellen Spielregeln der Macht.

4. Löse das Double-Bind-Dilemma von innen heraus.

5. Baue mentale Stärke als deinen inneren Rückhalt auf.

 

 


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