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Die größte Gefahr für deine Führungsqualität sind gerade nicht die Krisen da draußen. Es ist das, was sie in dir auslösen, wenn du nicht hinschaust.

  • Autorenbild: Ilonka Vordermayr
    Ilonka Vordermayr
  • 13. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Apr.



Steigende Kosten, KI-Umbrüche, geopolitische Krisen: Als Führungskraft trägst du nicht nur deine eigene Unsicherheit, sondern auch die deines Teams. Wie du in turbulenten Zeiten handlungsfähig bleibst, ohne dich selbst zu verlieren.


Wenn die Welt wackelt: Warum innere Stabilität deine wichtigste Führungsqualität ist.


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Vielleicht kennst du das: Du sitzt morgens im Auto auf dem Weg ins Büro, wirfst einen Blick auf die Nachrichten und merkst, wie sich etwas in dir zusammenzieht. Dieselpreise, die durch die Decke gehen. Kriege ohne Ende in Sicht. KI-Debatten im Unternehmen, die sich anfühlen wie eine stille Bedrohung. Und politische Entscheidungen, bei denen du dich fragst, ob irgendjemand noch das große Ganze im Blick hat.


Dann betrittst du das Büro. Dein Team schaut dich an. Deine Mitarbeitenden spüren genau, wie es dir geht, ob du es zeigst oder nicht. Als Führungskraft trägst du nicht nur deine eigene Verunsicherung. Du trägst auch die Stimmung eines ganzen Teams.


Und genau das macht diese Zeiten so anspruchsvoll.



Die unsichtbare Last der weiblichen Führungskraft


Frauen in Führungspositionen stehen oft vor einer doppelten Herausforderung: Sie managen nicht nur Projekte, Zahlen und Deadlines, sie halten auch emotional den Raum. Für ihr Team, für Kolleginnen und Kollegen, manchmal sogar für ihre eigenen Vorgesetzten. Und abends? Da wartet oft noch die Familie, die ebenfalls Orientierung braucht.


In Zeiten wie diesen wird diese unsichtbare Last besonders schwer. Denn wenn im Außen alles wackelt, suchen alle nach jemandem, der Halt gibt. Und dieser jemand bist häufig du.


Die entscheidende Frage ist dabei nicht, ob du diese Rolle ausfüllst. Sondern woraus du dabei schöpfst.



Was du nicht kontrollieren kannst. Und was schon.


Es gibt eine unbequeme Wahrheit, die gleichzeitig unglaublich befreiend ist: Den Ölpreis kannst du nicht beeinflussen. Geopolitische Konflikte liegen nicht in deiner Hand. Und was in Berlin oder Brüssel entschieden wird, entzieht sich deiner Kontrolle.


Was aber ganz und gar in deiner Hand liegt, ist dein innerer Raum. Deine Gedanken, dein Fokus, deine Reaktion auf das, was um dich herum geschieht.


In der Neurowissenschaft ist dieser Zusammenhang gut erforscht: Unser Gehirn sucht permanent nach Bestätigung für das, was wir bereits glauben. Wer überzeugt ist, dass alles den Bach runtergeht, wird überall Beweise dafür finden. Wer sich bewusst entscheidet, den Blick auf Handlungsspielräume zu richten, entdeckt plötzlich Möglichkeiten, die vorher unsichtbar waren.


Das ist keine Schönfärberei. Es ist ein neurologischer Mechanismus. Und als Führungskraft ist er dein mächtigstes Werkzeug.



Die zwei Wege, mit Unsicherheit umzugehen


Im Führungsalltag zeigen sich gerade zwei sehr unterschiedliche Reaktionsmuster:


Muster 1: Der Sog der Ohnmacht.

Morgens Nachrichten checken, mittags über die Krise diskutieren, abends beim Scrollen hängenbleiben. Am Ende des Tages das Gefühl: erschöpft, klein, handlungsunfähig. Nicht weil die Lage objektiv aussichtslos ist, sondern weil die gesamte Energie dorthin geflossen ist, wo sie nichts bewirken kann.


Muster 2: Bewusste Steuerung.

Die äußeren Umstände wahrnehmen, ja. Aber dann gezielt fragen: *Was kann ich jetzt tun? Worauf habe ich Einfluss? Wo setze ich meine Energie ein, damit sie tatsächlich etwas bewegt?*


Der Unterschied zwischen diesen beiden Mustern ist keine Frage der Persönlichkeit. Es ist eine Entscheidung. Eine, die du jeden Tag neu treffen kannst.



Warum das für deine Führung entscheidend ist


Teams spiegeln die innere Haltung ihrer Führungskraft. Wenn du in der Angst bist, wird dein Team unsicher. Wenn du im Reaktionsmodus feststeckst, fehlt dem Team die Richtung. Wenn du aber aus einer Haltung innerer Klarheit heraus führst, wirkt das auf dein gesamtes Umfeld. Oft ohne dass du ein einziges Wort darüber verlierst.


Mentale Stärke als Führungskraft bedeutet dabei nicht, keine Angst zu haben. Es bedeutet, mit der Angst da zu sein, sie wahrzunehmen. Und trotzdem bewusst zu handeln.


Genau das ist es, was dein Team jetzt braucht: Keine Führungskraft, die so tut, als wäre alles in Ordnung. Sondern eine, die ehrlich sagt: „Ja, die Zeiten sind herausfordernd. Und hier ist, was wir tun können."



Drei Fragen für deinen Führungsalltag diese Woche


Wenn du das Gefühl hast, dass die äußere Unruhe langsam an deiner inneren Stabilität nagt, nimm dir einen ruhigen Moment und stell dir diese drei Fragen:


1. Welcher Energieräuber hat sich unbemerkt eingeschlichen?

Welche Nachricht, welches Meeting, welche Gewohnheit kostet dich gerade Kraft, ohne dir irgendetwas zurückzugeben? Vielleicht ist es der ständige Blick auf den Newsfeed. Vielleicht ein Gespräch, das sich im Kreis dreht. Erkenne es und entscheide bewusst, ob du dem weiterhin Raum gibst.


2. Was ist eine konkrete Sache, die du diese Woche verändern kannst?

Nicht die große Strategie. Nicht die Weltpolitik. Eine einzige, greifbare Handlung, die dir das Gefühl gibt, wieder am Steuer zu sitzen. Vielleicht ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin, das überfällig ist. Vielleicht eine neue Morgenroutine. Vielleicht ein klares Nein zu etwas, das dich schon zu lange belastet.


3. Wenn du in einem Jahr auf diesen Moment zurückblickst, was soll anders sein?

Diese Frage ist mächtig, weil sie dich aus dem Tagesgeschäft herauszoomt. Sie gibt dir eine Richtung. Und wenn du weißt, wo du hinwillst, wird der erste Schritt plötzlich greifbar.



Innere Stärke ist kein Luxus. Sie ist Führungsverantwortung.


Wir reden in Unternehmen viel über Resilienz und mentale Gesundheit. Aber allzu oft bleibt es bei Schlagworten in der Unternehmenspräsentation. In der Realität hetzen Führungskräfte von Meeting zu Meeting, funktionieren statt zu führen und wundern sich, warum das Team nicht mitzieht.


Wahre mentale Stärke beginnt nicht mit dem nächsten Leadership-Framework. Sie beginnt mit der Bereitschaft, bei dir selbst hinzuschauen. Zu fragen: *Wie geht es mir wirklich? Und führe ich gerade aus Klarheit oder aus Gewohnheit?*


Gerade in Zeiten äußerer Unsicherheit wird diese Innenschau zu deiner wichtigsten Ressource. Denn du bist nicht das, was dir passiert. Du bist das, was du daraus machst. Und diese Kraft war immer da. Manchmal braucht sie nur einen bewussten Moment, um wieder sichtbar zu werden.


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Über die Autorin: Ilonka Vordermayr ist Führungskräftecoach, Businesscoach, Mentaltrainerin, Speakerin und Heilpraktikerin. Sie coacht Frauen in Führungspositionen in Traunreut (Chiemgau), Bayern und deutschlandweit auch online dabei, innere Klarheit zu finden, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen und ihren eigenen Weg selbstbestimmt zu gehen. Für Unternehmen bietet sie Seminare zu mentaler Stärke und gesunder Führung an, darunter das 2-Tages-Seminar „Mentale Stärke und gesunde Zusammenarbeit" sowie das Vertiefungsseminar „High Performance Mindset".


Du möchtest erfahren, wie du als Führungskraft in herausfordernden Zeiten nicht nur standhaft bleibst, sondern gestärkt daraus hervorgehst? Dann lass uns sprechen.



Ilonka Vordermayr in einem grünen Blaser und weißem Top, lächelt in die Kamera

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